Die historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die in regelmäßigen Zeitabständen nach der Fertigstellung der jeweiligen Bauabschnitte entstanden, prägten lange Zeit das Bild von Zlín. Vielfach aus der Vogelperspektive hielten die Fotografen das vitale öffentliche Leben der Bevölkerung fest: Die Aufnahmen zeigen, wie sich die Arbeiter während ihrer sommerlichen Mittagspausen sowie zu Sportveranstaltungen und Aufmärschen über die Straßen und Plätze der Stadt ergossen. Der niederländische Fotograf Bas Princen nimmt diese Bilder zum Ausgangsmaterial für eine neue fotografische Übersetzung der frühen Stadtikonographie: Er porträtiert Zlín aus einem Blickwinkel, der die Aura der Architekturen festhält, aber auch die Spuren ihres Gebrauchs. In seinen Bildern stehen die wechselhafte Vergangenheit, die Gegenwart und Anklänge an eine nicht allzu ferne Zukunft nebeneinander. In diesem Spannungsfeld soll auch das aktuelle Denken und Sprechen über Zlín seinen Ort haben. Princens fotografische Momentaufnahmen können als Rahmen für die im Titel „Utopie der Moderne: Zlín“ gefassten Diskurse dienen.
Department Store (Obchodní dům)
Factory Complex
Factory Complex
Factory Complex
Building No 21
Residential area
Residential area
House of Arts (Dům umění)
House of Arts (Dům umění)
House of Arts (Dům umění)
Indoor go-cart track
Central Footwear Warehouse
Grand Cinema (Velké kino)
Silo
Bas Princen
Geboren 1975 in den Niederlanden. Studium an der Akademie für Gestaltung in Eindhoven und am Postgraduierten Labor für Architektur des Berlage Institute in Amsterdam. Er lebt und arbeitet in Rotterdam als unabhängiger Designer und Fotograf. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit der Transformation urbaner Räume und untersucht anhand der Fotografie mögliche zukünftige Entwicklungen und Szenarien. Ausstellungen aus letzter Zeit: „Invisible Frontier“ (2008) in Innsbruck, „Nature as Artifice“ (2008) in Otterloo, „Spectacular City“ (2006) im NAI Rotterdam, „Talking Cities“ (2006) in Essen, Venice Architecture Biennale in 2004 und 2006. Solo Ausstellungen: „Utopian Debris“ (2006) in Toronto, „Shrinking Cities“ (2005) in Berlin, „Achilab“ (2004) in Orléans. Publikationen: „Artificial Arcadia“ (2004, mit Beiträgen von Bart Lootsma, Wim Cuyvers, Lars Lerup, Dirk Symons, Jeff Dersen), „Rotterdam“ (2007), „Galleria Naturale“ (2008) und „Five Cities Portfolio“ (2009). In 2005 Aufenthalt in Los Angeles als Architekt-in-Residence des MAK-Schindler-Stipendiatenprogramms. In 2004 erhielt er den Charlotte Kohler Preis für junge Künstler und Architekten in den Niederlanden.