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Time’s Up

Ein Film von Jan Peters und Marie-Catherine Theiler (D 2009, 15 min)

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Kamera: Marcus Winterbauer, Berlin, Jan Peters, Marie-Catherine Theiler, Berlin
Ton: Johannes Grehl, Berlin
Komponist: Pit Przygodda, Berlin
Sound Designer: Thies Mynther, Berlin
Schnitt: Sandra Trostel, Hamburg
Protagonisten: Jan Peters, Marie-Catherine Theiler, Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler (Zeitforscher), Ulrich Mückenberger (Zeitforscher), George Pennington (ehem. Vizepräsident der Dt. Gesellschaft für Humanistische Psychologie), Regula Corsten (Trainerin für Büroorganisation, Zeit- und Wissensmanagement), Jens Risch (Künstler)
Drehformat: Super 8, DVCam, digitale AVI-Files
Produktion: Stefan Kloos / Kloos & Co. Medien GmbH; Jan Peters

Am Anfang steht ein harmloser Hotelgutschein für das Hotel Belvédère am Rhonegletscher in den Schweizer Alpen. Unter großem Zeitdruck und organisatorischem Stress fahren die beiden Filmemacher Marie-Catherine Theiler und Jan Peters von Berlin ins Walliser Bergland. Kurz vor dem Ziel verliert der Mietwagen auf der engen, kurvenreichen Bergstraße die Bodenhaftung. Das Auto dreht sich mehrfach um die eigene Achse. Dabei dehnt sich die Zeit des Unfalls in der Wahrnehmung der beiden Insassen. Die große Hektik und Eile der Reise weicht im Moment des Schleuderns einer gelassenen Langsamkeit, aus ein paar wenigen Sekunden wird eine Unendlichkeit. Schließlich bleibt der Wagen müde schwankend in einer Leitplanke hängen. Glücklicherweise kommen die beiden Filmemacher mit einem Schock davon.

Zurück in Berlin lässt sie das Erlebnis der verschobenen Zeitwahrnehmung nicht wieder los. Der hektische Alltag mit seinen chronisch zu kurzen Tagen, den überlangen To-do-Listen, der Hetze von Termin zu Termin, Horden unbeantworteter E-Mails, dem ständigen Erreichbarsein dank Mobiltelefon, der stetig bange Blick auf die Uhren, all das erscheint in einem neuen Licht. Als Marie-Catherine auch noch bemerkt, dass sie schwanger ist, entschließen Jan und sie gemeinsam, die folgenden neun Monate als Rahmen für einen Selbstversuch zu nutzen, und machen sich auf die Suche nach einem anderen Umgang mit der Zeit und deren Auswirkungen. Der Film begleitet die Filmemacher in ihrem Alltag, beim Besuch von Zeitmanagementworkshops und Entschleunigungskuren, im Gespräch mit Zeitforschern, Physikern und Künstlern, auf Vergleichsreisen zwischen Stadt- und Landleben. In ihrem persönlichen und intimen Blick auf den Alltag nehmen die beiden Filmemacher gleichzeitig auch gesellschaftliche Tendenzen unter die Lupe und verlieren dabei nie Humor und Selbstironie aus dem Auge.

Marie-Catherine Theiler und Jan Peters arbeiten häufig mit dem Erzählansatz der autobiografischen Tagebuchform, in denen der Autor selbst den Platz des Erzählers einnimmt. Im Mittelpunkt steht stets der direkte, erlebnishafte Charakter der gefilmten Situationen. Für Time's Up arbeiteten die beiden Filmemacher zum ersten Mal gemeinsam an einem Film.

Kommentar der Regisseure:
„Wir haben eine sehr persönliche Form für unseren Film gewählt und denken, damit auch andere Menschen zu erreichen und zu bewegen. Denn wir sind nicht allein mit den aufgeworfenen Fragen. In unserer Gesellschaft ist Zeit zu Geld geworden. Von dieser Maxime fühlen sich immer mehr Menschen unter Druck gesetzt und sehnen sich nach einer Zeit zurück, als die Uhren noch überall unterschiedlich tickten. Und diese Zeit ist noch gar nicht mal so lange her ...“

Notiz des Mentors:
„Marie-Catherine Theiler und Jan Peters faszinieren ihr Publikum durch die verblüffende Wahl ihrer Stilmittel, denn offensichtlich setzen sie Technik ein, die sonst nur Amateure benutzen würden. Ich bin sehr erfreut über den gemeinsamen, außerordentlich künstlerischen Ansatz der Filmemacher: den der schwangeren Marie-Catherine und den von Jan, dem Meister der Ich-Perspektive, die sich gegenseitig filmen. Diese dokumentarische Zusammenarbeit, die die Stilmittel des Films parodiert, wird in ihrer Ehrlichkeit ein Publikum jeden Alters provozieren und gleichzeitig für sich einnehmen.“ (Peter Badel, Kameramann, Deutschland)


MARIE-CATHERINE THEILER
Geboren 1976 in Luzern, CH. Theater- und Journalismus-Studium an den Universitäten Bern und Fribourg, sowie Filmstudium an der ESBA – Universität der bildenden Künste Genf bei Professoren Claudio Pazienza und Jean-Louis Comolli. Arbeit als Assistenzlehrende, Schauspielerin, Regieassistentin am Theater sowie als Filmemacherin. 2008 Stipendium der Kulturkommission Zentralschweiz für Berlin-Aufenthalt.

Filmografie:
2 oder 3 Versuche, eine Idee umzusetzen (2008)
Mit Chutteli, Brisagostumpen und Treichel (2008)
Roadmovie (2007)
Wie ich besonders wertvoll wurde (2007)
Le temps suspendu (2007)
Il barbiere (2005)
Ein Wald der Skulpturen (2005)
Lolita (2004)
Goulag (2004)
Stop it! (2003)
Le dimanche de M. le Comte (2002)


JAN PETERS
Geboren 1966 in Hannover. Studium an der Hochschule für bildende Künste HfbK Hamburg. Mitgründer der Filmemachergruppe „Abbildungszentrum“ 1994. Neben preisgekrönten Kurz- und Langfilmen wie „Wie ich ein Höhlenmaler wurde“ oder „Wie ich ein freier Reisebegleiter wurde“ kreiert Jan Peters auch Hörspiele und nimmt an Kunstausstellungen teil. Lebt und arbeitet in Berlin.

Filmografie:
2 oder 3 Versuche, eine Idee umzusetzen (2008)
Roadmovie (2007)
Wie ich besonders wertvoll wurde (2007)
Wie ich ein freier Reisebegleiter wurde (2007)
Aber den Sinn des Lebens hab’ ich immer noch nicht rausgefunden (1990–2006)
13 oder 14 (2004)
Bye Bye Tiger (2004)
Wie ich ein Höhlenmaler wurde (2001)
Ich bin 33 (2000)
Dezember (1999)
November (1998)


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