Der Themenabend widmete sich dem Umbruch von 1989/90 als Schnittpunkt kultureller Entwicklungen von der 68er-Revolte bis zur Gegenwart: Diskussionen, eine Publikation und vier Theaterproduktionen aus der Slowakei, Tschechien und Deutschland befragten den Transit von der politischen Eiszeit zur „offenen Gesellschaft“. Details zum Themenabend hier.
Programm des Themenabends:
18:00 Uhr
TRANSIT 89
Diskussion und Buchpräsentation
Die Publikation „Transit 89“ vereint die im Projekt „68/89 – Kunst.Zeit.Geschichte“ entstandenen und für ihre Gestaltung mehrfach preisgekrönten Journale zu einer einzigartigen Zeitreise durch die deutsch-tschechisch-slowakische Kulturgeschichte in den Jahren der Revolte und des Aufbruchs. Aus Anlass des Erscheinens von „Transit 89“ diskutierten der Filmemacher Štěpán Benda, die Leiterin von Zipp – deutsch-tschechische Kulturprojekte Katrin Klingan, der Zeithistoriker Jürgen Danyel, der Kulturredakteur Jiří Peňás und der Dramaturg Fedor Blaščák, moderiert von dem Autor Jaroslav Rudiš.
In Zusammenarbeit mit dem Metropol-Verlag Berlin und formdusche, Büro für Gestaltung.
Ab 19:00 Uhr
„Svoboda! Svoboda? Freiheit! Freiheit?“
Deutsche, tschechische und slowakische Theaterpositionen
Vier Theaterproduktionen von „Svoboda! Svoboda?“ nahmen den Umbruch und die Folgen von 1989 in Tschechien, Deutschland und der Slowakei in den Blick. Im Anschluss waren alle Besucher eingeladen, mit beteiligten Künstlern, Regisseuren und weiteren Gästen aus Tschechien, Deutschland und der Slowakei über die Theaterproduktionen zu diskutieren.
19:00 Uhr
„Die letzte historische Rolle der jungen Generation“
Eine Inszenierung der Kulturstation Stanica Žilina-Záriečie, Žilina
Was geschieht, wenn du während einer Party erfährst, dass sie jemanden zusammengeschlagen haben und die Revolution begonnen hat? Sicher, die Perestrojka läuft seit vier Jahren, die Regimes in Ost-Europa stürzen, eins nach dem anderen, die ersten Touristen sichern sich ihren Teil der Berliner Mauer und auch in der Tschechoslowakei liegt etwas in der Luft. Aber das ist Politik, und das Leben läuft ganz anders, Geschichten von Studenten, die sich am Rande des Geschehens aufhielten.
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20:00 Uhr
Kunstschmuggel
Eine Inszenierung von und mit der Performance-Gruppe God’s Entertainment, Wien
Mit dem Fall der Mauer wurde das Schmuggeln kulturimperialistischer Waren à la Rolling Stones LPs unnötig. Heute, in Zeiten schwindender öffentlicher Gelder, wird Schmuggeln wieder relevant. Kultur-Subventionen gibt es reichlich, nur sind sie ungleich verteilt. Also sie von dort holen, wo sie sind. Die Wiener Performance-Gang God´s Entertainment schmuggelt ein Theaterstück. Beispielsweise eine hochsubventionierte Premiere aus einem renommierten Berliner Stadt-Theater, die zeitgleich stattfindet. Dank neuer Techniken wie Skype kann das Publikum den Schmuggelpfad verfolgen. Aus dem Restmüll hiesiger Baumärkte wird auf der Strecke ein Bühnenbildäquivalent gebaut. So viel Hochkultur für so wenig Geld: God´s Entertainment macht´s möglich! Den direkten Vergleich der beiden Bühnenergebnisse scheuen die Wiener nicht – das Publikum darf und soll selbst bewerten, was sich mehr lohnt.
21:30 Uhr
„Chance 1989 oder Window of Opportunity“
Eine Inszenierung des Archa Theaters, Prag
Eine fiktive Radioshow auf dem Sender RADIO 89 FM erzählt die Geschichte von Kurt und Květa, einem deutsch-tschechoslowakischen Ehepaar.
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22:30 Uhr
„THE GOTT VARIETY SHOW or Do We Live in Gottland?“
Eine Inszenierung des Theaters Gans an der Schnur, Brünn
Diese groteske Theater-Momentaufnahme des Popmusik-Idols und berühmtesten Tschechen in Deutschland führt uns und eine böhmische Mäusefamilie durch das imaginierte Karel-Gott-Museum „Gottland“, das im Jahr 2005 tatsächlich eröffnet wurde, und verknüpft die Geschichte von der wachsenden Popularität Karel Gotts mit wichtigen Situationen der tschechischen Vergangenheit.
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23:00 Uhr
Theatergeschichten zum Geschichtstheater
Hintergründe, Statements und Gespräche
Mit dem Kulturphilosophen und Dramaturgen Fedor Blaščák, dem Künstler Boris Ondreička, der Regisseurin Jana Svobodová, dem Kulturredakteur Ondřej Štindl, dem Performance-Künstler Simon Steinhauer, der Künstlerin Maria Degirmendzic, dem Aktivisten und Schauspieler Václav Trojan, dem Regisseur Vladimír Morávek, dem Theaterkritiker Thomas Irmscher und der Prager Initiative Inventura demokracie.
Weitere Informationen auch unter: www.68-89.net und www.zzf-pdm.de